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Querpass – Ein Jahr des FC Bayern
Wer erinnert sich noch an den 22. August des letzten Jahres – niemand? Der FSV Mainz 05 schlägt den Rekordmeister mit 2:1 – der FC Bayern erlebt
seinen schlechtesten Saisonstart seit Langem und holt aus drei Spielen lediglich zwei Punkte. Kurz darauf verpflichtet Uli Hoeneß gemeinsam mit Christian Nerlinger einen verletzungsanfälligen
Ergänzungsspieler von Real Madrid namens Arjen Robben. Im darauffolgenden Spiel gegen den amtierenden Meister Vfl Wolfsburg (Ja! - Richtig) trumpft dieser Arjen Robben gemeinsam mit Ribery auf
und mit dem „Traumduo“ Robbery läuft von nun an alles nach Plan – soweit die Erinnerung, soweit die Fehleinschätzung. Die schmerzlichen Niederlagen gegen Bordeaux und in Hamburg oder die
Punktverluste gegen Köln und Stuttgart geraten da leicht in Vergessenheit. Trotz eines enorm starken Kaders läuft es nicht, warum auch immer. Die Presse sägt schon am Stuhl des >>arroganten
und sturen Generals<< und die Bayern scheinen auch in diesem Jahr keinen Titel gewinnen zu können. Nach diesen problematischen Wochen in der Bundesliga und dem Druck in der Champions League
für die verbleibenden beiden Gruppenspiele muss nun eine Wende her. Ein Sieg gegen Haifa, Konstanz in der Bundesliga und dann – ein 4:1 in Turin. Alles frohlockt: Der FCB ist wieder da. So
schnell geht es im Profifußball, zuerst totgeglaubt und kurz darauf wieder zurück auf der großen Bühne. Wenn man nun darauf zurückschaut hat man das Gefühl, das Louis van Gaal einfach Zeit
gebraucht hat um seine Ideen mit dieser Mannschaft verwirklichen zu können. Er wollte von Anfang etwas verändern – ein Kurzpassspiel fordert offensichtlich eine Umstellung in der Mannschaft, die
nicht von jetzt auf gleich funktionieren kann. Doch Zeit ist bei etlichen Top-Klubs in Europa nicht vorhanden – ein schlechtes Jahr kann sich kaum jemand leisten und Erfolge und Ergebnisse müssen
sofort sichtbar sein. Umso wichtiger war es deshalb, das die Arbeit am Ende der Rückrunde endlich Früchte trug. Nun gingen die Bayern also mit einer ordentlichen Ausgangslage in der Bundesliga,
dem Verbleib in Champions-League und DFB Pokal sowie einem sehr guten Gefühl was Mannschaft und Trainer anging in die Winterpause. In der Mannschaft lief es auf einmal – mit Thomas Müller und
Holger Badstuber spielten zwei junge Spieler eine wesentliche und Bastian Schweinsteiger war nach seiner Versetzung in die Zentrale in fast jedem Spiel derjenige mit den meisten Ballkontakten und
den sprichwörtlichen Zügeln in der Hand. Schon bei Amsterdam und Barcelona baute van Gaal auf etablierte Topstars, aber eben auch auf junge und talentierte Spieler. In ihrer ersten Saison haben
sich Müller und Badstuber bewährt – Contento und Alaba stehen im Blickfeld und weitere junge Spieler werden in der Zukunft ihre Chance bekommen wie Ekici oder Knasmüller. Wenn man es schafft
solche Leute hochzuführen und zu etablieren ist das ein riesiger Schritt für den Verein und ein Aushängeschild für die Jugendarbeit und die von Hermann Gerland.
Klar war die Rückrunde kein Spaziergang – aber man merkte dieser Mannschaft eine große Sicherheit an, sie kontrollierten das Spiel und verpassten es bloß zu häufig die erspielten Chancen zu nutzen. So war es bis kurz vor Schluss spannend um die Meisterschaft und die Spiele in Leverkusen und Schalke wurden zu Finalspielen um die Deutsche Meisterschaft. Ehrlicherweise muss man sagen, das dieser Meistertitel zwar verdient aber dennoch glücklich war – die anderen Konkurrenten haben ihre Chancen davonzuziehen und den Vorsprung auszubauen verpasst und so siegte am Ende die Konstanz der Bayern. Spielerisch wurde das, was sich van Gaal vorstellt immer besser umgesetzt – wie gesagt es braucht eben Zeit um etwas neues zu etablieren. Natürlich war das Weiterkommen in den Champions-League Achtel und Viertelfinals denkbar knapp – andererseits hat diese Mannschaft nach teilweise aussichtslosen Rückständen nicht aufgegeben und weitergemacht – das wurde am mit dem Einzug bis ins Finale belohnt. Das es am Ende mit dem Triple nicht geklappt hat ist schade – es wäre die Krönung für eine tolle Saison gewesen, die vielleicht zu früh gekommen wäre. Es ist erst eine Saison die die Bayern auf diesem Niveau erfolgreich bestritten haben, wenn man es schafft sich unter den vier besten Mannschaften Europas zu etablieren ist das ein Riesenerfolg – die Chance auf den ersehnten Champions League Sieg bietet sich dann bestimmt. Es war ein aufregendes Jahr beim FC Bayern, in dem man das Gefühl hatte das Gefüge mit Topstars wie Ribery und Robben und jungen Spielern aus der eigenen Jugend funktionieren kann und auch für die Zukunft der Weg ist den die Verantwortlichen gehen sollten.